Partnerübungen

Während des Trainings werden Techniken meist zusammen mit einem Partner ausprobiert. Der Fokus liegt hier darauf, wirklich nur auszuprobieren und die Technik nicht bis in ihre zerstörende letzte Konsequenz auszureizen. Der uke (Passiver) erkennt die Ansätze und bewegt sich so, als seien sie im Rahmen der Möglichkeiten ausgereizt worden. So kann er bestimmen, wie weit der tori (Ausführender) an die Schmerzgrenze gehen muss, um die Technik durchführen zu können. Das Zeichen, dass die Schmerzgrenze erreicht ist, ist das in Kampfsportarten übliche Abklopfen.

Zu Beginn der Partnerübung stellt man sich gegenüber und verneigt sich respektvoll voreinander, um sich an diesen Grundsatz zu erinnern. Derjenige mit dem niedrigeren Rang verneigt sich dabei tiefer und länger als der Höherrangige. Hier gibt es wieder Unterschiede bei Mann und Frau: Männer verneigen sich kantig mit geraden Schultern und den Armen an der Seite. Frauen geben sich mit runden Schultern und Armen vor dem Körper kleiner und „unterwürfiger“. Hierzulande spricht aber nichts dagegen, sich auch als Frau physiologisch gesünder wie ein Mann zu bewegen.

Um die Technik zu üben wechseln sich die Partner ab. Einer ist das „Opfer“ uke, der andere wendet die Technik als tori an. Da wir normalerweise einen Kampf zu vermeiden versuchen, ist der uke meist zunächst der Aggressor und die Technik besteht darin, den Angriff zu kontern.

Am Ende der Partnerübung bedankt man sich mit einer erneuten kurzen Verbeugung dafür, dass beide Partner aufeinander aufgepasst haben und es zu keinerlei Verletzung gekommen ist.

Beendet der sensē die Partnerübung mit matte! (wartet!), bedeutet das ein kurzes Innehalten, um nach einer kurzen Erklärung das Training fortzusetzen. Sagt er stattdessen yame! (aufhören!), ist das Training beendet und alle stellen sich zum Abgrüßen auf.